Diabetiker haben verstärkte Entzündungen im Körper. Hohe Vitamin D3 Gaben könnten helfen. (©-evgenyb-Fotolia.com) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Diabetiker haben verstärkte Entzündungen im Körper. Hohe Gaben könnten helfen. (©-evgenyb-Fotolia.com)

Geringe Vitamin D Werte im Blut (über längere Zeit) scheinen prinzipiell das Risiko Diabetes Type 2 zu bekommen, zu erhöhen. Existiert ein Diabetes bereits, kommt es u. a. wegen der hohen Blutzuckerwerte zu systemischen Entzündungen, d. h. die Entzündungen laufen sehr schwach aber im ganzen Körper ab.

Und nun wollte man gerne wissen, ob auch in diesem Zustand der Vitamin D Spiegel in einer Beziehung zu Entzündungswerten und Nüchternblutzucker steht.
Man untersuchte dazu 84 nicht-übergewichtige Patienten mit Type 2 Diabetes. Ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten wurden erfasst. Und dann wurden bestimmte Blutwerte kontrolliert:

  • Insulin
  • Vitamin D3
  • Entzündungsmarker wie hochsensitives CRP, Tumor-Nekrosefaktor alpha (TNFalpha)

Man fand heraus, dass die Teilnehmer mit den höchsten Vitamin D Werten, den niedriegsten Entzündungswert und den besten Nüchternzucker hatten. Umgekehrt sah es aus bei denen mit den niedrigsten Vitamin D Werten! (Bezugsquelle Vitamin D3)

Diabetes Mellitus – zuckersüss aber gefährlich!

Es handelt sich um eine chronische Störung des Blutzuckerwechsel mit in der Regel dauerhaft erhöhtem Blutzuckerspiegel. (© Roman Popov - Fotolia.com) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Es handelt sich um eine chronische Störung des Blutzuckerwechsel mit in der Regel dauerhaft erhöhtem Blutzuckerspiegel. (© Roman Popov – Fotolia.com)

Diabetes mellitus wird als Zuckerkrankheit bezeichnet. Es handelt sich um eine chronische Störung des Glukosestoffwechsel mit in der Regel dauerhaft erhöhtem Blutzuckerspiegel durch Insulinmangel oder verminderte Reaktionsfähigkeit (reduzierte Insulinsensitivität).

Den Namen hat des Diabetes mellitus stammt von dem glukosehaltigen, „honigsüßen“ (mellitus) Urin. Glukose ist osmotisch wirksam, d. h. es kommt dadurch zu einem Anstieg der Wasserausscheidung (osmotische Diurese). Und somit trinken Patienten mit Diabetes mellitus sehr viel, ohne dass es dafür offensichtliche Gründe gibt – ein typischer Verdachtsmoment für den Therapeuten. Gemeinsames Leitsymptom bei unbehandelten Patienten ist die chronische Hyperglykämie (erhöhte Blutzuckerwerte).

Verschiedene Diabetes-Formen

Im wesentlichen werden folgende Diabetes-Formen unterschieden (Duale Reihe Innere Medizin):

  • Type 1 Diabetes (absoluter Insulinmangel)
  • Typ 2 Diabetes (relativer Insulinmangel)
  • andere spezifische Diabetesformen z. B. als Folge von genetischen Defekten, von Infektionen, medikamentös verursacht usw.
  • Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)

Ursachen und Verbreitung des Diabetes Type 2

Fettleibigkeit ist ein Risikofaktor für den Diabetes Mellitus (©-Kletr-Fotolia.com) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Fettleibigkeit ist ein Risikofaktor für den Diabetes Mellitus (©-Kletr-Fotolia.com)

In der Bundesrepublik Deutschland schätzt man die Diabeteshäufigkeit auf annähernd 8 %, mit steigender Tendenz. Über 90 % der Diabetiker sind Typ–2-Diabetiker. (Duale Reihe Innere Medizin)
Eine der Hauptursachen für den Typ–2-Diabetes ist die Fettleibigkeit, die mit chronisch erhöhter Insulinausscheidung einhergeht, was dann zu einer zunehmenden Insulinresistenz der Zellen führt, d. h. die Zellen können keiner weiteren Zucker aufnehmen.

Typische Diabetes Symptome

Häufig wird ein Diabetes Typ 2 eher als Zufalldiagnose entdeckt. Typische Symptome, die darauf hindeuten können, sind:

Diabetes Labordiagnostik

Im Labor werden beim Diabetes verschiedene Laborwerte aus Urin und Blut untersucht und bei einem manifesten (ausgeprägten) Diabetes werden einige dieser Werte über die Zeit hin immer wieder kontrolliert:

  • Nüchternblutzucker
  • Insulin im Blut
  • C-Peptid Bestimmung (als Maß für die noch vorhandene Insulinproduktion)
  • Hb1Ac (hervorragender Masstab für die durchschnittliche Glukosekonzentration)

Kurzfristige Diabetes Komplikationen

Ein Diabetes kann diverse äusserst gefährlich Komplikationen mit sich bringen. Akut und lebensbedrohend können zwei Komplikationen werden:

  • (diabetisches Koma): hier sind die Blutzuckerwerte immer deutlich erhöht
  • hypoglykämischer Schock: hier sinken die Blutzuckerwerte unter einen kritischen Grenzwert und die
    Betroffenen verlieren das Bewusstsein

Langfristige Diabetes Komplikationen

Langristig kann es jedoch zu ebenso gefährlich wie „unangenehmen“ Nebenwirkungen kommen. Diese sind dem Diabetes Kranken meist in den Anfangsjahren nicht so präsent und werden ignoriert auf Kosten eines späteren Wohlbefinden. Zu diesen gravierenden Nebenwirkungen zählen:

  • diabetische Retino- / Makulopathie (Krankhafte Veränderung des Augeninneren, führt zur Erblindung)
  • Diabetes kann als Spätfolge Nierenschäden bis hin zur Dialysepflicht nach sich ziehen. (©beerkoff-Fotolia.com) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

    Diabetes kann als Spätfolge Nierenschäden bis hin zur Dialysepflicht nach sich ziehen. (©beerkoff-Fotolia.com)

    diabetische Nephropathie (Nierenschädigung bis hin zur Dialysepflicht)

  • Diabetische mit den betroffenen Organen:
    • Herz-Kreislauf z. B. mit stummen Herzinfarkten, Herzrhytmusstörungen usw.
    • Verdauungstrakt z. B. Völle-/Druckgefühl, Schluckstörungen
    • Urogenitalsystem mit erektiler Dysfunktion (keine Erektion), Blasenschwäche
    • Augen
    • Haut
    • Knochen
  • diabetische Fuss-Syndrom (Wunden an den Füssen arten in schwerste Infektionen aus)
  • Herzinfarkte
  • Schlaganfall
  • periphere arterielle Gefässverschluss (Schaufensterkrankheit)

Vitamin D – eigentlich ein Hormon aus Eigenproduktion

Die Gruppe der Vitamin D?Substanzen (Calciferole) ist nach neuerem Verständnis nicht den Vitaminen, sondern den Hormonen (Vitamin D Hormon) zuzurechnen. Vitamin D kann im Körper selbst produziert werden.

Bildung von Vitamin D im Körper aus Cholesterin

Cholesterin ist die Ausgangsbasis für die Bildung von Vitamin D (©iprachenko-Fotolia.com) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Cholesterin ist die Ausgangsbasis für die Bildung von Vitamin D (©iprachenko-Fotolia.com)

Die Ausgangsbasis für das finale Vitamin D ist Cholesterin (sic!). Dies wird aus der Nahrung aufgenommen oder vom Körper selbst hergestellt. Der menschliche Organismus ist in der Lage, Cholesterin selbst zu synthetisieren; bis zu 700 mg werden täglich in der Leber hergestellt.

Im ersten Schritt wird aus diesem Ausgangsmolekül (7-Dehydrocholesterin) unter Einwirkung vom im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlung das Molekül Calciol oder auch Cholecalciferol gebildet. Dann geht es in der Leber weiter und findet seinen Abschluß in den Nieren, wo es schließlich in seiner hormonell aktivsten Form vorliegt, dem 1,25-Dihydroxycholecalciferol (Calcitriol).

Funktionen des Vitamin D: mehr als nur gesunde Knochen!

Vitamin D wird nicht für das Knochensystem benötigt, sondern geth weit darüber hinaus. (©haitaucher39-Fotolia) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Vitamin D wird nicht für das Knochensystem benötigt, sondern geth weit darüber hinaus. (©haitaucher39-Fotolia)

Ursprünglich ging man nur davon aus, dass Vitamin D auf den Knochen- und Kalziumhaushalt wirkt, indem im Darm für eine vermehrte Aufnahme von Kalzium aus dem Nahrungsbrei und in der Niere für die Rückresorption von Kalzium- und Phosphat-Ionen sorgt. Und zum anderen wird im Skelettsystem eine vermehrte Mineralisierung induziert.

Doch mittlerweile liegen umfangreiche Forschungen zum Vitamin D vor. Und lassen viele (nicht automatisch kausale) Zusammenhänge erkennen. Folgende Zusammenhänge existieren:

  • zur Krebsentstehung und dem Krankheitsverlauf
  • zum Immunsystem
  • zur Insulinsensitivität / Diabetes
  • entzündungshemmende Wirkung
  • Osteoporose
  • Bluthochdruck
  • Sarkopenie (abnehmende Muskelmasse im Alter)
  • Muskelkraft
  • Entzündliche Myopathien (Muskelerkrankung)
  • Schmerzen im Rahmen einer Fibryomyalgie

Auf einen gute Vitamin D Spiegel im Blut achten!

Auch wenn unser Körper Vitamin D selbst produzieren könnte, nehmen wir ihm oft die Chance dazu. Entweder durch fehlende Sonnenlichtexposition oder aber durch die Einnahme von Medikamenten wie Cholesterinhemmer, sogenannten Statinen.

Fast jeder „normale“ Mensch sollte seinen Vitamin D Spiegel zumindest einmalig im Spätsommer / Beginn Herbst und dann nochmal im Frühjahr (Januar/Februar) bestimmen lassen, um eine Idee darüber zu bekommen, wie stark die Vitamin D Spiegel in der dunklen Jahreszeit absinken. Eine Zunahme von Infekten in dieser Zeit ist da wenig verwunderlich!

Aus therapeutischer Sicht sollte der Wert im Blut bei 30 bis 100 ng/ml liegen. Offiziell liegt ein Mangel erst ab 11 ng/ml vor. Doch das ist viel, viel zu niedrig angesetzt!

Auffüllen des Vitamin D Spiegels

Sollte Ihr Wert zu niedrig sein, dann unterfüttern sie ihn mit Vitamin D3 Gaben. Da die Aufnahme und damit die Erhöhung des Vitamin D Spiegels im Blut je nach Mensch und Dosis sehr unterschiedlich verläuft, würde ich folgendes anraten: Sie nehmen jeden Tag die gleiche Dosis, ab 5000 IU (International Unit = Internationale Einheiten) für 2 Wochen und lassen dann ggf. auf eigene Kosten eine Kontrollmessung machen. Danach können Sie recht gut ausrechnen, wieviel Vitamin D3 sie wie lange einnehmen müssen, um z. B. bei 50 ng/ml anzukommen.
(Bezugsquelle Vitamin D3)

Quellen

Vitamin D status may be a determining factor of systemic inflammation in patients with T2DM
Pepper, Kara J. et al. “Evaluation of Vitamin D Repletion Regimens to Correct Vitamin D Status in Adults.” Endocrine practice?: official journal of the American College of Endocrinology and the American Association of Clinical Endocrinologists 15.2 (2009): 95–103. Print.
Duale Reihe Physiologie
Doccheck: Cholesterin
Bierbach, Naturheilpraxis heute: Lehrbuch und Atlas
Duale Reihe Innere Medizin
Glossar – Krankheiten

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