Schwermetalle wie Quecksilber im Amalgam können viele Probleme im Körpen machen (©-jimbycat-iStockphoto.com) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

wie Quecksilber im Amalgam können viele Probleme im Körpen machen (©-jimbycat-iStockphoto.com)

Immer mehr Menschen rufen bei mir an und vermuten, dass sie selbst schwermetallbelastet seien und dies der Grund für ihre jahrelangen chronischen Leiden sei. Und dann stellt sich natürlich die Frage: wie kann ich herausbekommen, ob ich schwermetallbelastet bin?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Trial and Error (Versuch und Irrtum)
2. Messung
Darum soll es im folgenden gehen.

Trial and Error (Versuch und Irrtum)

Ähnlich wie in der Schulmedizin kann man bei bestimmten Erkrankungen einen ‚educated guess‘ hinsichtlich der Ursache vornehmen. Aufgrund bisheriger Erfahrungswerte geht man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Ursache einer Krankheit in einer Schwermetallbelastung liegt.
Dann führt man die Chelattherapie durch, also eine medizinische fundierte Entgiftungstherapie, und beobachtet die Verbesserungen in den Symptomen und Beschwerden – oder auch nicht. Im letzterern Fall wäre das dann der ‚error‘ (Fehler). Wenn sich also nach 7 – 10 Chelatbehandlungen keine Besserung einstellt, kann man ziemlich sicher sein, dass Schwermetalle nicht das Hauptproblem darstellten.

Messung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Schwermetallbelastungen zu bestimmen:

– Urinuntersuchung
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– Kinesiologische Testung
– Kaugummitest

Haarmineraluntersuchung

Haarmineraluntersuchungen zum Test auf Schwermetallbelastungen (©-photocrew-Fotolia.com) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Haarmineraluntersuchungen zum Test auf Schwermetallbelastungen (©-photocrew-Fotolia.com)

Hier wird ein Stück Haar, ca. 2 – 5 g, abgeschnitten und an ein Labor geschickt. Je länger die Strähne ist, desto weiter zurück in der Zeit geht man mit der Untersuchung. Wichtig ist hierbei, dass das Haar frei von Shampoo, Haarfestigern o. ä. potentiell toxischen Substanzen ist. Ansonten sind die Laborergebnisse nicht zu gebrauchen.
Diese Methode ist umstritten (1). Im Jahr 2004 untersuchte die Stiftung Warentest (test 10/2004) viele Anbieter von Haaranalysen. Untersucht wurden anonym die Haarproben von 8 Männern und Frauen. Ergebnis: die Analyseergebnisse schwankten nicht nur zwischen den verschiedenen Labors erheblich – auch bei wiederholter Untersuchung der gleichen Haarprobe im selben Labor waren die Ergebnisse oft sehr unterschiedlich. Was bei einem Labor die höchsten Quecksilberwerte waren, waren beim anderen die niedrigsten. Auch die Normalwerte der Labors waren sehr unterschiedlich – was beim Einen normal war, war beim Nächsten schon krankhaft.

Qualitative Urinuntersuchung

Dies ist eine eher qualitative Untersuchung. Es gibt im Markt frei verkäufliche Reagenzien für Urin. Diese erzeugen im Urin je nach Schwermetall einen Farbumschlag, der einem einen Hinweis auf die Belastung gibt. Dies ist eine relativ einfache Nachweismethode, die mit einem geringen Kostenaufwand verbunden ist. Was qualitativ gemessen wird, ist das was der Körper ohnehin ausscheidet. Dies ist jedoch selten ein Problem.

Urin-Provokationstest

Urinprovokation mit einer Chelat-Infusion, um zu bestimmen, welche Giftstoffe in welchem Maße ausgeschieden werden (©-Kokhanchikov-Fotolia.com) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Urinprovokation mit einer -Infusion, um zu bestimmen, welche Giftstoffe in welchem Maße ausgeschieden werden (©-Kokhanchikov-Fotolia.com)

Beim Urinprovokationstest (2, 3) werden zwei Urinproben labortechnisch miteinander verglichen: die Nüchtern-Probe vom Morgen und die Probe des Sammelurins nach 3 – 4 Stunden nach der Provokation. Die Provokation besteht aus 1 bis 2 Chelatinfusionen geringer Dosierung und ggf. einem Chelator, das als Tablette geschluckt wird. Chelatoren sind chemische Substanzen, die Schwermetalle binden können und über den Urin auscheidbar machen.
Die Ziele des Urin-Provokationstests sind mehrschichtig: zum einen möchte man wissen, wie stark die Grundbelastung ist, also was ist schon im Morgenurin enthalten. Dann möchte man wissen, wieviel wird durch die Chelatoren bewegt wird, und schließlich möchte man wissen, mit welchem Schwermetall der Körper das größte Problem hat.
Interessant ist für mich nämlich zu wissen, bei welchem Schwermetall die Ausscheidung drastisch steigt. Die Differenz verbleibt nämlich unter normalen Umständen im Körper und führt so zu Problemen!

Kinesiologische Testung

Bei der kinesiologischen Testung fragt man den Körper über einen Muskeltest, ob eine bestimmte Substanz ihn schwächt. Es ist oft eine Kunst, die Ergebnisse zu interpretieren. Dafür kann man unter Umständen etwas finden, was man sonst auch labortechnisch nicht herausbekommen hätte. Problem ist die stark subjektive Natur der Testung. Kritiker behaupten, dass der Tester das Testergebnis massiv beeinflussen kann. Schön ist hingegen die sanfte Art der Untersuchung.

Kaugummitest

Kaugummi Test bei Amalgamfüllungen (© Eric Simard - Fotolia.com)

Kaugummi Test bei Amalgamfüllungen (© Eric Simard – Fotolia.com)

Hierbei wird dem Probanden eine zuckerfreies Kaugummi (4) zu kauen gegeben. Dies wird einige Minuten gekaut und ausgespuckt. Dann wird eine Speichelprobe genommen und vornehmlich der Quecksilbergehalt gemessen. Dieser korreliert (hängt zusammen) mit der Anzahl der Amalgamfüllungen. Zu diesem Test gibt es mehrere Untersuchungen, die dies belegen. Die scheint mir jedoch ein offensichtliches Ergebnis zu sein, da Amalgamfüllungen permanent ‚ausdampfen‘. Es müßte sich auch ein entsprechendes Ergebnis ohne Kaugummi ergeben. Ferner beschränkt sich der Test auf Belastungen im Mundraum von sehr wenigen Schwermetallen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Schwermetalluntersuchungen gemacht?
Schreiben Sie mir!

Quellen (@-Pakhnyushchyy-Depositphotos)

Quellen (@-Pakhnyushchyy-Depositphotos)

Literaturquellen – Forschungsquellen

(1) Frisch M; Schwartz BS (2002): The pitfalls of hair analysis for toxicants in clinical practice: three case reports. In: Environ Health Perspect 110 (4), S. 433–436. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11940463)
(2) Aposhian HV (1998): Mobilization of mercury and arsenic in humans by sodium 2,3-dimercapto-1-propane sulfonate (DMPS). In: Environ Health Perspect 106 Suppl 4, S. 1017–1025.
(3) Aposhian HV; Maiorino RM; Gonzalez-Ramirez D; Zuniga-Charles M; Xu Z; Hurlbut KM et al. (1995): Mobilization of heavy metals by newer, therapeutically useful chelating agents. In: Toxicology 97 (1-3), S. 23–38.
(4) H.-W. Schiwara, M. Daunderer H. Kirchherr C. Hea B. Harders et al (1992): Bestimmung von Kupfer, Quecksilber, Methylquecksilber, Zinn, Methylzinn und Silber in Körpermaterial von Amalgamträgern (Klin. Lab., 38).

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