Jedes Kind lernt schon – geprägt durch die zahlreichen Artikel in der Presse -, dass man im Winter viel zu sich nehmen soll, um das Immunsystem zu stärken. An sich eine gute Idee, wenn ein Vitaminmangel vorliegt. Dann auf Zitronen im Winter zurückzugreifen, halte ich persönlich jedoch für den falschen Weg… -Mangel hingegen ruft unter anderem die „Seefahrerkrankheit“ Skorbut hervor, die tödlich verlaufen kann.

Im Gegensatz zu fast allen pflanzlichen und tierischen Lebewesen kann der menschliche Körper Vitamin C nicht selbst herstellen und ist auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Ein gesunder Mensch scheint mit wesentlich geringeren Mengen (ca. 100 mg pro Tag) auszukommen.

Hochdosierte Vitamine

Die Forschungen des zweifachen Nobelpreisträgers Linus Pauling – dem Begründer und Wegbereiter der orthomolekularen Medizin – führten zu der Erkenntnis, dass Vitamin C Hochdosis-Infusionen beeindruckende Erfolge hervorbrachten und dadurch Einzug in die Heilkunde gehalten haben. Insbesondere bei der Behandlung von Tumor¬erkrankungen haben sie sich bewährt.

Üblicherweise nimmt für solche Infusionen 7,5 g und mehr, teilweise bis zu 100 g. Die aktuellen Forschungen an Zellkulturen deuten darauf hin, dass Vitamin C ab einer bestimmten Konzentration zytotoxisch (zelltötend) auf Krebs- aber nicht auf gesundes Gewebe wirkt. Dies war eine interessante Erkenntnis, die ich auf dem letzten Arbeitstreffen der Union biologische Krebstherapie (UBK), deren Mitglied ich bin, mitnehmen konnte.

Infusion – konzentriert und wirksam

Über die Verdauung können nur geringe Mengen von Vitamin C aufgenommen werden; die entsprechenden Rezeptoren sind schnell besetzt, und der Rest wird ausgeschieden. In der Regel sind dies ca. 2 – 3 g synthetisches Vitamin C; bei pflanzlichem Vitamin C kann dies jedoch bedeutend mehr sein.
Die direkte Vitamin C-Gabe ins Blut per Infusion umgeht den Nahrungsweg und ermöglicht eine konzentrierte, hochwirksame Dosierung, die auf anderem Weg nicht erzielt werden kann.

Wirkungen des Vitamin C

Hochdosierte Vitamin C-Gabe unterstützt im Rahmen des Heilungsprozesses wichtige biochemische und physiologische Vorgänge:

Verbesserung des Fettstoffwechsels

  • Senkung des Cholesterinspiegels
  • Senkung von Triglyceriden und LDL-Cholesterin
  • Steigerung des HDL-Cholesterin
  • Unterstützung der Gallensäureproduktion

Einflüsse auf das Immunsystem

  • Förderung der Bildung von Immunzellen (Leukozyten)
  • Erhöhung der Produktion von Antikörpern (IgA, IgG, IgM)
  • Verbesserung des Informationsaustausches zwischen den Immunzellen
  • Steigerung der Produktion von Fresszellen (Phagozytose)
  • Abbau von Histamin ()
  • Förderung des unspezifischen Immunsystems

Unterstützung bei der

  • Entlastung von Schwermetallen und Umweltgiften
  • Senkung des Harnsäurespiegels
  • Reduktion der Bildung von Nitrosaminen (krebserzeugende Verbindungen)
  • Förderung der Zellenergie¬produktion des ATP

Anitoxidative Wirkung

  • Erhöhte Bindung freier Radikale
  • Steigerung des Recyclings von Vitamin E

Förderung des Eisenstoffwechsels

  • Erhöhte Eisenaufnahme
  • Verbesserte Sauerstoffversorgung
  • Stabilisierung der Eisenspeicherung (Ferritin-Komplex)

Beteiligung an der Synthese von …

  • Kollagen (Haut und Bindegewebe)
  • Folsäure,
  • Katecholaminen (Nervenbotenstoffe)
  • Hormonen des Gehirns

Vitamin C Hochdosis-Infusionen können also bei einer relativ großen Anzahl an Krankheiten (http://www.gesundheit.com )eingesetzt werden, also Mono- oder Begleittherapie:

Allergien

Da bei Allergien die gefürchteten freien Radikale kumulieren und dadurch eine überschießende Immun- und Entzündungsreaktion stimulieren, kommt es zur Zunahme von oxidativem Streß. Durch hochdosierte Vitamin-C Infusionen kann dieser Teufelskreis durchbrochen und eine deutliche Besserung herbeigeführt werden.

Wundheilung

Über eine gesteigerte Kollagensynthese kann die Stabilität des Bindegewebes verbessert und somit auch die Wundheilung beschleunigt werden.
Rheumatischer Formenkreis
Auch hier können sich chronische Entzündungen, bei denen verstärkt Antioxidantien verbraucht werden, bessern, da die Infusionen natürlich sehr hohe Plasmaspiegel erzielen. Diese sind u. a. für die Wiederherstellung der Endothelfunktion erforderlich.

Chemotherapie

Durch die Strahlen- und Chemotherapie wird der Mangel an antioxidativen Vitaminen bei Tumorpatienten verstärkt und führen somit zu einer Anhäufung von freien Radikale. Studien haben gezeigt, dass sich die Begleitssymptome einer Chemo- oder Strahlenbehandlung erheblich abmildern lassen.

Weitere Anwendungsgebiete

Vor allem bei Arteriosklerose oder bei obstruktiver Schlafapnoe kann das generell anti-inflammatorisch (entzündungshemmend) wirkende Vitamin C eingesetzt werden.

Da Vitamin C schnell oxidiert und damit seine Wirkung verliert, sollte natürlich immer ein Begleitmittel hierzu gegeben, um das Vitamin C im Körper wieder in seine aktive Form zu verwandeln.

envelop_rikva_01Haben Sie schon mal eine Vitamin C Hochdosis Infusion bekommen?
Welche Erfahrungen haben Sie damit gewonnen?
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