Die heutige Bleibelastung der Umwelt dürfte für immer noch gefährlich sein, obwohl es bereits viele Maßnahmen zur Verminderung dieser Belastung gibt. Zu diesem Ergebnis kamen Experten der Universität von Bristol. Sie konnten nachweisen, dass Störungen der intellektuellen und emotionalen Entwicklung von Kindern häufig mit erhöhten Bleiwerten im Blut einhergehen.

Es wurden die Blutproben von knapp 600 zweieinhalbjährigen Kindern untersucht. Bei 27 Prozent fand man mehr als 50 µg pro Liter Blut. Bei einer Untersuchung der Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren stellten sich enge Zusammenhänge zu einer früher erhobenen Bleibelastung heraus. Die Kinder mit 50 – 100 µg im Blut erreichten bei Lese- und Schreibtests nur halb so viele Punkte wie Kinder mit geringeren Bleiwerten.
Ab 100 µg pro Liter waren zudem asoziales Verhalten und z.B. dreimal so häufig. Blei hat im Körper keine physiologische Bedeutung. Es gibt deshalb auch keinen unschädlichen minimalen Grenzwert. Seit der Abschaffung des bleihaltigen Benzins ist die Bleibelastung zwar insgesamt gesunken, es gibt aber immer noch zahlreiche alte Wasserrohre aus Blei, besonders in Altbauwohnungen, sowie Armaturen, die Bleispuren enthalten können.

Bevorzugte Therapie bei Schwermetallbelastungen bleibt übrigens die Chelat-Therapie, vor in meiner Praxis in Hannover.

 

Quellen
Pressetext.at; 22. September 2009: Blei schadet Kindern auch in geringen Mengen/ Gesundheitliche Aufklärung
Newsletter, Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH
Lewendon, G.; Kinra, S.; Nelder, R.; Cronin, T. (2001): Should children with developmental and behavioural problems be routinely screened for lead? In Arch. Dis. Child 85 (4), pp. 286–288.
„Benjamin Franklin learned that lead makes you „slow“ from British printers in London, who warned him against the practice (common during the winter in America at the time) of heating lead type in front of the fire and then warming one's hand by holding the type (and then redistributing it in the type font case). Franklin wrote about this danger.“ – http://adc.bmj.com/content/85/4/286.abstract/reply#archdischild_el_191
Tuthill RW. 1996. Hair lead levels related to children's classroom attention-deficit behavior. Archives of Environmental Health. 51:214-20

 

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