Könnte der Helicobacter pylori dem Körper unter bestimmten Bedingungen nutzen statt schaden? (@-3drenderings-Depositphotos) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Könnte der dem Körper unter bestimmten Bedingungen nutzen statt schaden? (@-3drenderings-Depositphotos)

Der Helicobacter pylori ist ein Gram-negatives, spiralförmiges Bakterium, das die Magenschleimhaut von Menschen und nicht-menschlichen Primaten natürlicherweise besiedelt. Man schätzt, dass mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit H. pylori infiziert ist, in manchen Bereichen können es sogar 80% sein!

Der Helicobacter pylori sorgte vor gar nicht allzu langer Zeit für Furore, als sich zwei Forscher jahrelang mit Ihren Forschungsergebnissen gegen das damals herrschende Paradigma durchsetzen mussten:

Sie fanden heraus, dass der Helicobacter pylori oft Ursache für Magengeschwüre und Magenkrebs war. Einmal akzeptiert, gilt natürlich jeder Helicobacter pylori Fund als „gefährlich“ und somit automatisch behandlungswürdig.

Tatsache ist jedoch, dass nur in einer Minderheit der Infizierten ein H. pylori Magengeschwüre (ca. 10% der Fälle), Magenkrebs (1–2%) und sehr selten ein Lymphom [1] im Magen-Darm-Bereich verursachen.[2]

[bctt tweet=“Helicobacter pylori: ein Symbiont statt Krankheitserreger?“ username=“Heilpraktiker_H“]

Man vermutet, dass der H. pylori den Magen des Menschen vor etwa 60.000 Jahren zu besiedeln begann. Helicobacter pylori könnte auch durchaus Teil der menschlichen Mikrobiome sein, also der Summe der Zellen mit unseren eigenen und fremder DNA. (Man bedenke, dass nur etwa 10 % aller uns ausmachenden Zellen unsere eigene DNA in sich tragen!!)

[bctt tweet=“Nur 10% aller unserer Zellen sind unsere eigenen!“ username=“Heilpraktiker_H“]

Aufgrund der sozioökonomischen Entwicklung, modernen hygienischen Praktiken und dem Aufkommen der Antibiotika verändert sich die Mikrobiota des menschlichen Darms. Der H. Pylori scheint allmählich zu verschwinden. Dumm gelaufen, nach neueren Erkennnissen…

Könnte der Helicobacter pylori Schutzfunktionen haben?

Es gibt immer mehr Hinweise auf die der H. Pylori – Besiedelung auf die Entstehung von Adipositas, , und entzündliche Darmerkrankungen[3].
In einer ganz neuen vom März 2016 stellen Forscher fest, dass sich die Darmflora jener ungpünstig verschoben hatte, die an einer Helicobacter pylori Behandlung teilgenommen hatten[3]. Die Forscher untersuchten dazu eine Gruppe Freiwillger im Alter von 18.30 Jahren. Sie untesuchten ihre Stühle nach erfolgter Auslöschung alle 6 Monaten.
Man stellte fest, dass der Stuhl unmittelbar vor der Auslöschung des Helicobacter pylori und unmittelbar danach sich nicht gross unterschieden. Jedoch ein Detail fiel den Forschern auf:
Es fanden sich vermehrt Bakterien, die auch aus Zellulose Zucker gewinnen können und kurzkettige Fettsäuren bilden können, sogenannte Firmicutes. Die „guten Bakterien“, die zur Gruppe der gehörten, hingegen nahmen ab.

Dies ist nicht die erste Untersuchung, die deutlich macht, welchen Einfluss Antibiotika auf unseren Darm im besonderen und unseren Körper im ganzen haben. Üblicher weise werden Antibiotika Tieren in der Tiermast zugesetzt, um das Gewicht zu steigern und sie gegen Erreger abzuriegeln.

So sehr Antibiotika auch Millionen Menschen das Leben gerettet haben, sollte man sich klar machen, dass es sich um Mittel gegen das Leben (Anti-Biotika) handelt. Die Tatsache, dass jetzt immer resistente Erreger erscheinen und immer weiter zunehmen werden, zeigt mir, dass es sich um eine bequeme Abkürzung handelt, die wir Menschen genommen haben. Doch dies holt uns wieder ein, so dass wir über kurz oder lang um eine echte (Aus-)Heilung von Krankheiten im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung nicht herum kommen werden.

Dies schliesst natürlich nicht aus, dass man sich dazu nicht modernster Erkenntnisse aus der Forschung bedient. Im Gegenteil.

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Quellen (@-Pakhnyushchyy-Depositphotos)

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Literaturquellen – Forschungsquellen – Fussnoten

  1. genauer: ein Schleimhaut-assoziiertes lymphatisches Gewebe (MALT) -Lymphom  ↩

  2. Kusters, J. G., van Vliet, A. H., & Kuipers, E. J. (2006). Pathogenesis of Helicobacter pylori infection. Clin Microbiol Rev, 19(3), 449–490. doi:10.1128/CMR.00054–05 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16847081

  3. Yap, T. W., Gan, H. M., Lee, Y. P., Leow, A. H., Azmi, A. N., Francois, F., … Vadivelu, J. (2016). Helicobacter pylori Eradication Causes Perturbation of the Human Gut Microbiome in Young Adults. PloS one, 11(3), e0151893. doi:10.1371/journal.pone.0151893 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26991500
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4798770/pdf/pone.0151893.pdf

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