Dunkelfeldaufnahme eines Bluttropfens (©Andreas Kallmeyer)

Dunkelfeldaufnahme eines Bluttropfens (©Andreas Kallmeyer)

Nachdem ich im ersten Teil, die besondere Technik der Dunkelfeldmikroskopie dargestellt habe, folgt nun der theoretisch-praktische Unterbau.

Was also ist die Idee hinter der Dunkelfeldmikroskopie am lebenden ?

Richtungsstreit

Um die Idee besser zu verstehen, geht man am besten zu den Ursprüngen, ins 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit lagen sich zwei Forscher in den Haaren: Herr Bechamp und Herr Pasteur.  Beide vertraten recht gegensätzliche Ansichten zur Krankheitsentstehung:

Herr Pasteur war der Ansicht, dass Krankheiten durch Krankheitserreger ausgelöst werden. Und ein Krankheitserreger genau ein Krankheitsbild auslöst (Monomorphismus)

Herr Bechamp war hingegen der Ansicht, dass die Erreger nur die Symptome, also die oberflächlichen Darstellungen, einer tieferliegenden Milieuverschiebung im Organismus seien (Polymorphismus).

Wer von beiden den Sieg (vorerst) davon trug, ist wohl klar?

Der deutsche Biologe Prof. Enderlein griff das Thema im letzten Jahrhundert wieder auf und forschte sein ganzen  Leben lang an der Frage, wer von beiden Forscher recht hatte. Er kam zu dem Ergebnis, dass tatsächlich das Milieu das entscheidende Kriterium für die Krankheitsentstehung ist. In zahlreichen Publikationen und Büchern versuchte er die Entwicklungsschritte der Mikroorganismen nachzuvollziehen.

Prof. Enderlein entdeckt Cyclogenien

Beim Polymorphismus geht man davon aus (und konnte das auch zeigen), dass Bakterien sich auch einem nahezu unzerstörbaren Urkeim wachsen, wenn sich das Milieu (Umfeld) ungünstig verändert. Das Bakterium ist somit nicht Ursache, sondern das erste Symptom einer Milieuveränderung.

Beim Polymorphismus geht man davon aus (und konnte das auch zeigen), dass Bakterien sich auch einem nahezu unzerstörbaren Urkeim wachsen, wenn sich das Milieu (Umfeld) ungünstig verändert. Das Bakterium ist somit nicht Ursache, sondern das erste Symptom einer Milieuveränderung.

Er mußte für seine Entdeckungen ein völlig neues Vokabular entwickeln, dass sich nur selten mit den herkömmlichen medizinischen Termini deckt. So nannte er die Entwicklungsverläufe Cyclogenien und er entdeckte drei wesentliche Cyclogenien: die -, die -  und die -Cyclogenie. Am besten bekannt ist jedoch die Mucor-Cyclogenie. Jeder dieser Cyclogenien endet irgendwann in dem gleichnamigen Pilz.

Prof. Enderlein stellte auch fest, dass jedes Lebenwesen einen Urkeim in Form einer Eiweissstruktur in sich trägt, welchen er als Ursymbionten bezeichnete. Erst durch eine Veränderungen des Milieus kommt es zu einer Vermehrung dieses Ursymbioten. Und ähnlich uns Menschen schließen sich irgendwann diese Ursymbionten zu Gruppen und grösseren Komplexen zusammen, welche dann im Dunkelfeld zu beobachten sind. Manche dieser Struktur sind feststehend, manche bewegen sich.

Zusammenhänge zwischen Cyclogenie und Krankheiten

Je nach dem, von welchen Cyclogenien man im Dunkelfeld Formen findet, läßt sich auf bestimmte Krankheitsmuster rückschließen:

  1. Krankheiten der Mucor Cyclogenie sind meist Krankheiten, die mit dem Fließen und Stofftransport im Körper zu tun haben wie z. B. Hypertonie, Herzkrankheiten, Arteriossklerose, Thrombosen, Embolien, endokrine (=hormonelle) Störungen etc.
  2. Zu den Krankheiten  der Aspergillus Cyclogenie zählen „Krankheiten der Struktur-Organe, aber auch der Lymphe und der bindegewebigen Hohl- und Drüsenorgane“ (Dr. Rau, Biologische Medizin) wie z. B. Sehnen- und Muskelkrankheiten, Hautleiten, Verhärtungen, Lungenleiden, Infektanfälligkeit, Nierenleiden.
  3. Die Penicillinum Cyklogenie umfaßt alle aktiven entzündlichen und akuten Geschehen. Also z. B. akute bakterielle Geschehen, Abzesse, Harnwegsentzündungen, Akne, Furunkel, virale Krankheiten, …

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zuletzt aktualisiert: 18.04.2019

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