Kann eine Fruktosemalabsorption, also eine die mangelnde Vermögen des Stoffwechsels, zu verwerten zu einer Depression führen?

Ja!

Lesen Sie hier warum:

Fruktose wird im Körper anders verarbeitet als Traubenzucker

Fructose (Fruktose) ist das Fachwort für Fruchtzucker und gehört zu der Gruppe der Kohlenhydrate. Es ist ein Einfachzucker – genauso wie auch Glukose, der Traubenzucker.

Die molekularen Unterschiede führen dazu, dass unser Körper die verschiedenen Zuckersorten auch auf unterschiedlichen Wegen abbaut. Die Glukose-Konzentration im Blut wird durch das allseits bekannte Insulin geregelt.

Fructose wird hingegen mit speziellen Transportern (GLUT-5) in das Blut geschleust und dann abgebaut. Die Saccharose wird erst in die einzelnen Bausteine Glucose und Fructose zerlegt, die dann wie eben beschrieben abgebaut werden

Typische Symptome Fruktoseunverträglichkeit ähneln dem des Reizdarms

Die typischen Symptome der Fructose-Intoleranz sind – meist unmittelbar im Anschluss an ein fructosehaltiges Mahl:

Langfristig kommen die sog. sekundären (zweitrangigen) Symptome hinzu. Dazu gehören Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Wetterfühligkeit, eine erhöhte Infektionsanfälligkeit sowie ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen.

Eine Stoffwechselstörung kann zu einer Depression führen

Oft als Reizdarm abgetan, kann eine Fruktosemalabsorption dahinter stecken. Und diese kann unbehandelt zu einer Ausbildung einer Depression führen, denn:

Der nicht resorbierte Fruchtzuckeranteil bindet sich im Darm an die Aminosäure und behindert ihre Resorption (Aufnahme). ist eine essenzielle Aminosäure, die wie ein Vitamin mit der Nahrung zugeführt werden muss. Wird die Resorption von vermindert, kommt es in der Folge zu einer verminderten Bildung von Serotonin. Dies führt wiederum zum Auftreten von depressiven Symptomen und zu ausgeprägtem Süßhunger.

Ein Teufelskreis beginnt:

Patienten mit Fruktosemalabsorption entwickeln oft suchtartiges Verlangen nach süßen Speisen. Durch die Zufuhr von Süßigkeiten wird eine Insulinausschüttung provoziert, die dann zu vermehrter Serotoninbildung im Gehirn führt. Da heute v. a. die sehr süßen

Nahrungsmittel viel Fruchtzucker und sog. „light-Produkte“ viel Sorbit enthalten, wodurch eine weitere Verminderung der Tryptophanaufnahme gegeben ist, bewirkt der Konsum dieser „Süßigkeiten“ noch schlechtere Stimmung und noch mehr Süßhunger.

Dieser Teufelskreis kann auch nicht durch eine zusätzliche Tryptophanaufnahme ausgeglichen werden, da hohe Tryptophanmengen von Darmbakterien zu „falschen“ Transmittern und teilweise sogar toxischen Stoffen, z. B. Indolamin, umgebaut werden. In der natürlichen unbehandelten Nahrung kommt Tryptophan nur in Spuren vor, sodass dieses Problem nicht besteht.

Der Ausweg aus dem Teufelskreis

Der einzige Ausweg aus diesem Circulus vitiosus scheint Sport bzw. regelmäßiges Training zu sein:

Schon kurze Trainingsepisoden von mittlerer Intensität (z. B. moderates Walken) sind hier wirksam. Zusätzlich muss natürlich die Aufnahme von Fruchtzucker reduziert werden, auch wenn dieser in Form von Früchten zugeführt wird. Die Angst vor einer Vitaminsunterversorgung ist unbegründet, ganz im Gegenteil: Es kann durch die verbesserte Darmfunktion sogar zu einer verbesserten Aufnahme von Vitaminen und zu einer optimaleren Vitaminversorgung kommen, obwohl durch den Verzicht auf Obst geringere Vitaminmengen zugeführt werden.

So kann allein durch eine fruktosereduzierte Diät der oft damit einhergehende Zink- und Folsäuremangel ausgeglichen werden.

Besonders fructosereich sind Früchte und sämtliche Produkte, in denen Früchte verarbeitet wurden (Marmelade, Fruchtsäfte, Obstkuchen, Trockenfrüchte, Fruchtjoghurts, Milchshakes mit Früchten etc.). Wer gerne Light- oder Diät-Produkte einkauft, sollte wissen, dass in diesen Produkten oft reine Fructose als Süssungsmittel verwendet wird!
Auch in speziellen Diabetiker-Produkten ersetzt die Fructose den Haushaltszucker.

Und stellt sich eine Depression dar …

Depression gehört zu der Gruppe der affektiven Störungen. Affektive Störungen sind definiert durch Verstimmungen depressiv-gehemmter (Depression) oder manisch-erregter Art (Manie). Sie treten phasenhaft auf, meist innerhalb einer vorher und nachher normalen, affektiven Verfassung.

Man unterscheidet endogene und exogene (-> link auf Glossar) Depressionen. Als endogen werden solche Störungen bezeichnet, welche eine körperliche und/oder erblich-konstitutionelle Ursache haben. Von den endogenen trennt man die exogenen Depressionen, die als Reaktion auf äußere Einflüsse entstehen können.

Die Leitsymptome einer Depression sind

  1. depressive Verstimmung
  2. Verlust von Freude und Interesse
  3. Antriebsstörung / erhöhte Ermüdbarkeit

Oft treten ferner folgende Symptome auf:

  • Schlaflosigkeit
  • Traurige Verstimmung
  • Weinerlichkeit
  • schlechte Konzentration
  • Selbstmordgedanken
  • Müdigkeit
  • Reizbarkeit
  • usw.

Haben Sie Fragen?
Welche Erfahrungen haben Sie mit der Fruktose-Malabsorption?
Schreiben Sie mir!


Quellen:
Brunnhuber et al, Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie
DHZ, 5/2011

 

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