Eine Chemotherapie ist keine schöne Sache. Man sollte alles daran legen, damit sie erfolgreich ist. (-Anna-Jurkovska.Fotolia) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Eine ist keine schöne Sache. Man sollte alles daran legen, damit sie erfolgreich ist. (-Anna-Jurkovska.Fotolia)

Haben Sie Krebs?
Hat einer Ihre Freunde oder Angehörigen Krebs? – Mein Beileid.

Aus beruflicher wie privater Sicht habe ich diverse Krebsfälle miterleben können oder müssen oder dürfen. Die Wortwahl ist da nicht immer klar. Und mir missfielen immer wieder dieselben Punkte:

  • In jedem Fall fand ich bitter, wenn den Betroffenen, zunächst die Diagnose platt ins Gesicht gesagt. Ungefähr mit so viel Mitgefühl, als ob Ihr Handy, Ihr Auto oder Ihr Fernseher kaputt seien.
  • Dann werden die Betroffene, als ginge es darum noch schnell eine Lebensversicherung abzuschliessen, unter Druck gesetzt und zu einem schnellstmöglichen Behandlungstermin gedrängt. Klassischerweise ist dies eine Chemotherapie, eine Bestrahlung oder am „harmlosesten“ eine OP. Widerworte und Nachfragen wird gar nicht gerne gesehen. Zweitmeinungen einzuholen zu wollen, kommt einer Sakrilegsverletzung gleich
  • Ergänzende Behandlungen, unterstützende Maßnahmen, Ernährung, Darmreinigung, Entgiftung, Hypnose und so weiter wird gerne als unnötig, nicht hilfreich oder gar als gefährlich für den Heilungserfolg abgetan. „Wenn Sie daran glauben….“ Ist natürlich murks. Hat natürlich nix mit Glaube (alleine) zu tun, sondern mit Wissenschaft bzw. fehlen dessen auf Seiten des Arztes.

Zu dem letzten Punkt, also der Unterstützung der Chemotherapie, gibt es jetzt eine interessante aktuelle Studie[1]. Man untersuchte das Pankreas-Adenokarzinom. Dies is (leider) hoch resistent gegen alle aktuellen Krebs-Therapeutika. Nun nahmen die Forscher an, dass kombinierte Verwendung von bioaktiven Substanzen eine spezifische tödliche Wirkung auf Tumorzellen, ohne die gesunden Zellen zu schädigen.

In vitro („im Reagenzglas“, Untersuchung von Reaktionen außerhalb des Organismus) wurden die Pankreaszelllinien des menschlichen Tumors auf Empfindlichkeit gegen Resveratrol (zum Beispiel aus rotem Wein), (), Piceatannol und Sulforaphan (Kohl) getestet. In der Kombination von zwei oder drei Komponenten ergab sich eine auffällige synergetische Wirkung mit Gemcitabin in vitro.

[bctt tweet=“Capsicain, Resveratrol und Sulforaphan wirken synergistisch mit Gemcitabin“ username=“Heilpraktiker_H“]

Alleine für sich genommen, hatten dies bioaktiven Substanzen jedoch keine nennenswerte Wirkung. Erst im Verbund. Ferner konnte die Chemotherapie-Dosis um ? gesenkt bei gleichem Ergebnis. Auch verminderten die bioaktiven Substanzen die Menge der radikalen Sauerstoffspezies und verbesserten die Apoptoseneigung der Tumorzellen, ohne den gesunden Zellzyklus zu stören.

Capsiacin – richtig scharf…

Capsaicin kommt viel in Chili vor und ist nicht bei Krebs gut! (@ Nitrub-Depositphotos) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Capsaicin kommt viel in Chili vor und ist nicht bei Krebs gut! (@ Nitrub-Depositphotos)

Der Stoff Capsaicin ist verantwortlich für den heißen und würzigen Geschmack des Capsicum frutescens. Dies ist ein Gemüse, das in Asien täglich verwendet wird. Capsaicin und mehrere verwandte Moleküle sind unter dem kollektiven Namen Capsaicinoide bekannt. Sie werden von allen Pflanzen der Gattung Capsicum produziert. Die Ausnahme bildet natürlich die Paprika, die nicht scharf ist und kein Capsaicin produziert.[2]

Der natürlich vorkommende Gehalt an Capsaicinoiden in Gewürzen reicht typischerweise von 0,1 mg/g in Chili-Pfeffer bis 2,5 mg/g in rotem Pfeffer und 60 mg/g in Oleoresin-Paprika!

Capsiacin führt lokal aufgetragen zu einer deutlichen Mehrdurchblutung, was sich deutliche Wärmeentwicklung bemerken lässt sowie mit Juckreiz. Innerlich eingenommen führt Capsiacin zu einem intensiven Brennschmerz, der unmittelbar Endorphine freisetzt.

Resveratrol beinflusst die Gesundheit vielfältig

Resveratrol ist auch im Rotwein enthalten. Wegen des Alkoholgehaltes sollte er jedoch nur in Massen genossen werden. (© Jörg Launer - Fotolia.com) - Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Resveratrol ist auch im Rotwein enthalten. Wegen des Alkoholgehaltes sollte er jedoch nur in Massen genossen werden. (© Jörg Launer – Fotolia.com)

Resveratrol ist ein pflanzliches Polyphenol. Resveratrol kommt in verschiedenen Pflanzen vor. In roten Weintrauben und dem Knöterich Polygonum cuspidatum sind die größten Mengen vorhanden. Die Resveratrolproduktion in diesen Pflanzen wird hauptsächlich durch UV Strahlen angeregt.

Zu den Wirkungen des Resveratrols gehören:

Sulforaphan (Senföl) – Brokkolisprossen lassen grüssen

Brokkolisprossen enthalten sehr viel Sulforaphane (©-petrabarz-Fotolia.com)- Heilpraktiker Hannover - Naturheilpraxis Hannover

Brokkolisprossen enthalten sehr viel Sulforaphane (©-petrabarz-Fotolia.com)

[Sulforaphan ist ein Isothiocyanat][sulforaporg] und wird auch als Senföl bezeichnet. Es entsteht aus dem Senfölglykosids Glucoraphanin.
Insbesondere in Brokkolisprossen und Rotkohl wurde der sekundäre Pflanzenstoff, in Form von Glucoraphanin, nachgewiesen. Aber auch Kresse, Kapuzinerkresse, Radieschen, Meerrettich, Raps, Senf, Rucola und andere Kohlsorten tragen Sulforaphane in sich. 150 verschiedene Senfölglykoside wurden bislang von den verschiedenen Pflanzenfamilien isoliert.

Sulforaphane werden intensiv erforscht. Vor allem werden ihre Eigenschaften bei der Behandlung von Krebs stark unter die Lupe genommen. Studien belegen die antikanzerogene Wirkung großer Mengen Kohlgemüse auf bestimmte Krebsarten wie Brustkrebs, Schilddrüsenkrebs[3], Melanoma[4] oder Prostatakrebs[5].
Sulforaphan neutralisiert freie Radikale[6], jedoch nicht direkt, sondern indirekt, indem er Enzyme aktiviert, die nachhaltige antioxidative Abwehrmechanismen des Körpers in Gang setzen.

[bctt tweet=“Sulforaphane wirken antioxidativ.“ username=“Heilpraktiker_H“]

Sulforaphan kann bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Schlaganfall, Gehirnverletzungen, Alzheimer oder Parkinson sehr hilfreich sein[7]. Im Tierversuch verbesserte Sulforaphan die kognitiven Funktionen nach traumatischen Gehirnverletzungen. Desweiteren konnten bei Alzheimer die kognitiven Fähigkeiten gesteigert werden. In vitro zeigte es auch bei der Parkinson-Krankheit seine neuroprotektiven Eigenschaften. Und auch Patienten mit Autismus könnten von Sulforaphan profitieren.

Sulforaphan scheint auch Langzeitkomplikation eines Diabetes in Schach zu halten. Es kann als Schutz gegen Diabetes-bedingte Herzerkrankungen, Niereninsuffizienz[8] und Schutz des Gehirns angewendet werden.

Sulforaphan verfügt über antibakterielle Eigenschaften[9] [10]. Speziell Magengeschwür-Patienten aufgrund eines Helicobacter pylori können hiervon profitieren[11] – und dies sogar bei Antibiotika Resistenzen[12]. Sulforaphan überzeugt durch seine antientzündliche Wirkung und reduziert zudem in Tierversuchen stressinduzierte Schäden an der Magenschleimhaut.

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Literaturquellen – Forschungsquellen – Fussnoten

  1. Vendrely, V., Peuchant, E., Buscail, E., Moranvillier, I., Rousseau, B., Bedel, A., … Dabernat, S. (2017). Resveratrol and capsaicin used together as food complements reduce tumor growth and rescue full efficiency of low dose gemcitabine in a pancreatic cancer model. Cancer Lett. doi:10.1016/j.canlet.2017.01.002 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28089829
  2. O’Neill, J., Brock, C., Olesen, A. E., Andresen, T., Nilsson, M., & Dickenson, A. H. (2012). Unravelling the mystery of capsaicin: a tool to understand and treat pain. Pharmacol Rev, 64(4), 939–971. doi:10.1124/pr.112.006163 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23023032
  3. Wang, L., Tian, Z., Yang, Q., Li, H., Guan, H., Shi, B., … Ji, M. (2015). Sulforaphane inhibits thyroid cancer cell growth and invasiveness through the reactive oxygen species-dependent pathway. Oncotarget, 6(28), 25917–25931. doi:10.18632/oncotarget.4542 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26312762
  4. Fisher, M. L., Adhikary, G., Grun, D., Kaetzel, D. M., & Eckert, R. L. (2016). The Ezh2 polycomb group protein drives an aggressive phenotype in melanoma cancer stem cells and is a target of diet derived sulforaphane. Mol Carcinog, 55(12), 2024–2036. doi:10.1002/mc.22448 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26693692
  5. Traka, M. H., Melchini, A., & Mithen, R. F. (2014). Sulforaphane and prostate cancer interception. Drug Discov Today, 19(9), 1488–1492. doi:10.1016/j.drudis.2014.07.007 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25051139
  6. de Figueiredo, S. M., Binda, N. S., Nogueira-Machado, J. A., Vieira-Filho, S. A., & Caligiorne, R. B. (2015). The antioxidant properties of organosulfur compounds (sulforaphane). Recent Pat Endocr Metab Immune Drug Discov, 9(1), 24–39. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25944116
  7. Zhang, R., Miao, Q. W., Zhu, C. X., Zhao, Y., Liu, L., Yang, J., & An, L. (2015). Sulforaphane ameliorates neurobehavioral deficits and protects the brain from amyloid beta deposits and peroxidation in mice with Alzheimer-like lesions. Am J Alzheimers Dis Other Demen, 30(2), 183–191. doi:10.1177/1533317514542645 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25024455
  8. Shang, G., Tang, X., Gao, P., Guo, F., Liu, H., Zhao, Z., … Li, H. (2015). Sulforaphane attenuation of experimental diabetic nephropathy involves GSK–3 beta/Fyn/Nrf2 signaling pathway. J Nutr Biochem, 26(6), 596–606. doi:10.1016/j.jnutbio.2014.12.008 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25724107
  9. Wu, H. Z., Fei, H. J., Zhao, Y. L., Liu, X. J., Huang, Y. J., & Wu, S. W. (2012). [Antibacterial mechanism of sulforaphane on Escherichia coli]. Sichuan Da Xue Xue Bao Yi Xue Ban, 43(3), 386–390. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22812243
  10. Chang, Y. W., Jang, J. Y., Kim, Y. H., Kim, J. W., & Shim, J. J. (2015). The Effects of Broccoli Sprout Extract Containing Sulforaphane on Lipid Peroxidation and Helicobacter pylori Infection in the Gastric Mucosa. Gut Liver, 9(4), 486–493. doi:10.5009/gnl14040 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25287166
  11. Yanaka, A., Fahey, J. W., Fukumoto, A., Nakayama, M., Inoue, S., Zhang, S., … Yamamoto, M. (2009). Dietary sulforaphane-rich broccoli sprouts reduce colonization and attenuate gastritis in Helicobacter pylori-infected mice and humans. Cancer Prev Res (Phila), 2(4), 353–360. doi:10.1158/1940–6207.CAPR–08–0192 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19349290
  12. Choi, W. J., Kim, S. K., Park, H. K., Sohn, U. D., & Kim, W. (2014). Anti-Inflammatory and Anti-Superbacterial Properties of Sulforaphane from Shepherd’s Purse. Korean J Physiol Pharmacol, 18(1), 33–39. doi:10.4196/kjpp.2014.18.1.33 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24634594

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