Zwergfadenwürmer (Strongyloides Stercoralis) – unerwünschte Mitbringsel von Reisen

Zwergfadenwürmer können uns gefährlich werden (© Chb - de.wikipedia/Wikicommons)

Zwergfadenwürmer können uns gefährlich werden (© Chb - de.wikipedia/Wikicommons)

Neulich erzählte mir eine Kollegin, sie hätte bei einer schwer kranken, jungen Patientin bei einer Dunkelfelduntersuchung Würmer im Blut schwimmen sehen. Das hielt ich natürlich erstmal für eine Mär. Doch dann wurde ich aufgeklärt, dass es in den Tropen Parasiten gibt, die unter Umständen ins Blut einwandern können: Zwergfadenwürmer (Strongyloides Stercoralis)

Vorkommen oft in den Tropen und Subtropen

Zwergfadenwürmer sind im ausgewachsenen Zustand 2 mm lange Darmwürmer, welche die Krankheit Strongyloidiasis verursachen. Es ist eine typische Erkrankung in tropischen und subtropischen Gebieten, sie kann aber auch in gemäßigten Breiten auftreten. Zwergfadenwürmer brauchen im Gegensatz zu anderen Parasiten keinen Wirt für die Vermehrung sondern dies auch so. Man nennt dies dann einen heterogonen Lebenzyklus. Darüber hinaus können sie den eigenen Wirt immer wieder neu infizieren ohne einen Zwischenwirt dafür zu benötigen. Es ist eine sehr hartnäckige Erkrankung.

Bodenkontakt genügt zur Infektion

Die mikroskopisch kleine (filaforme) Larve durchdringt die nackte Haut, wenn sie den mit Strongyloides stercoralis infizierten Boden berührt! Sie dringt dann in die Blutbahn ein und wandert in die Lungenkapillaren ein. Dort verlassen sie die Blutbahn und wandern in die Lungenbläschen (Lungenalveolen). Von der werden sie übe die Aktivität der Lungenhaare (Mikrovilli) über die Bronchien in den Hals befördert, wo sie dann verschluckt werden und so über den Magen in den Dünndarm gelangen.

Dort entwickeln sich dann die erwachsenen Formen als weibliche Formen. Diese graben sich in die Dünndarmwand ein und produzieren Eier, aus welchen dann wieder die Larven entstehen.

Dann werden diese entweder ausgeschieden oder gelangen über die Dünndarmwand in die Blutbahn und es kommt zu einer Selbst-Infektion (Auto-Infektion).

Symptome einer Infektion sind anfangs oft unspezifisch

Geringfügige Infektionen können asymptomatisch sein. Meistens tritt jedoch mindestens eins der folgenden Symptome auf:

  • Anämie
  • Verstopfung
  • Husten
  • Durchfall
  • Lungenentzündungen mit erhöhten Eosonophilen (spez. Art der weißen Blutkörperchen)
  • Übelkeit
  • Juckreiz um Taille und Po-Bereich herum
  • Magenschmerzen
  • Erbrechen
  • Gewichtsverlust

Bei immunsupprimierten Patienten, also Menschen mit schlechtem Immunsystem wie bei HIV oder nach Transplantationen, können auch noch folgende Symptome auftreten:

  • Tot
  • Blähungen
  • Neurologische Komplikation
  • zusätzliche Komplikationen der Lunge
  • Blutvergiftung
  • Schock

Die Diagnose wird aus der Mikroskopischen Untersuchung des Stuhls erstellt, wobei erfahrungsgemäß viele Stuhlproben nötig sind!

Behandlung ist möglich

Üblicherweise werden Zwergfadenwümer mit Ivermectin behandelt oder mit den Wirkstoffen Albendazol, Tiabendazol und Mebendazol, mit denen eine wirksame Chemotherapie zur Verfügung steht.

Diese töten aber nur die erwachsenen Würmen, weshalb es periodisch genommen werden muß. Kortison verschlimmert die Symptome massiv, da es dem Wachstumshormon der Tiere ähnelt und es zu einer massiven Autoinfektion kommen kann!

Quellen:

http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/seite146.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Zwergfadenwurm

 

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