Myopathien (Muskelerkrankungen) als Nebenwirkungen von Simvastatin und ähnlichen Produkten (Cholesterinhemmer, Statine)

Cholesterinsenker müssen nicht immer sein (© by-studio - Fotolia.com)

Cholesterinsenker müssen nicht immer sein (© by-studio - Fotolia.com)

Was machen Statine? – Dazu muß man erst mal verstehen, was Cholesterin und wofür es gebraucht wird:

Cholesterin, die ‚böse‘ Substanz in unserem Körper, besteht in aus einem Ringsystem. Cholesterol (griech. chole = Galle; 5-Cholesten-3β-ol) ist das wichtigste Steroid bei Wirbeltiere und auch bei uns!

Es kommt in allen Teilen des tierischen und menschlichen Körpers vor, konzentriert vor allem im Gehirn und Rückenmark. Der menschliche Körper enthält etwa 300 g Cholesterin in freier Form oder als sog. Fettsäureester, 1.4 – 3.3 g werden im menschlichen Blut gefunden. Obwohl es selbst keine nennenswerten physiologischen Aktivitäten besitzt, nimmt es als das Ausgangsmaterial für alle übrigen Steroide im tierischen Organismus eine zentrale Stellung im Steroidstoffwechsel ein! (Sic!)

Statine hemmen die Entstehung von Cholesterin. Sie blockieren einen Teilschritt in der Cholesterinsynthese.

Statine inhibieren (verhindern) die Coenyzm Q 10-Synthese. Coenzym Q-10 spielt eine absolut zentrale Rolle in der mitochondrialen Atmungskette. Dies ist aber der zentrale Mechanismen der Energiegewinnung aller Zellen!

Gefürchtete Nebenwirkung der Statine ist die Rhabdomyolyse. Unter Rhabdomyolyse versteht man in der Medizin die Auflösung quergestreifter Muskelfasern. Dazu gehören die Skelettmuskulatur sowie Herzmuskulatur und Zwerchfell.

Cholesterin wird hauptsächlich in Form tierischer Nahrungsmittel aufgenommen, hauptsächlich aber im Körper synthetisiert. Mit zunehmendem Alter tritt Störung des Cholesterinhaushalts ein. Cholesterin wird unter anderem für folgende Steroide als Ausgangsmaterial benötigt:

  • Sterine (Cholesterin, Erbosteren)
  • D-Vitamine
  • Gallensäuren
  • Nebennierenrindenhormone: Aldosteron, Kortikoide, Sexualhormone)
  • Keimdrüsenhormone (Sexualhormone)

In der Tier- und Pflanzenwelt wird Cholesterin auch für folgende Substanzen benötigt:

  • Digitalisstoffe (Herzglykoside)
  • Krötengifte
  • Saponine

Die Umwandlung von Cholesterol in Steroide erfolgt in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen. Es wird über ein steroidogenic acute regulatory protein (StAR) in die innere Membran der Mitochondrien transportiert.

Übrigens – Q10:

Neben der Rolle bei der Energieversorgung des menschlichen Körpers wirkt Q10 auch antioxidativ und vernichtet freie Radikale. Diese würden ansonsten Schaden anrichten. Besonders Organe mit hohem Energiedurchsatz wie Herz, Muskeln und Gehirn sind schwer beeinträchtigt, wenn das Coenzym Q10 nicht ausreichend zur Verfügung steht. Nach aktuellen Untersuchungen profitieren diese Organe im Falle einer Erkrankung besonders von Coenzym Q10-Gaben.

Quellen:
Cholesterin: zur Physiologie, Pathophysiologie und Klinik von Hans-Jürgen Holtmeier 
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