“Hausmittel sind einfache häusliche Mittel und Maßnahmen zur Selbstmedikation, die unter anderem privat, oft familiär oder auch in Ratgebern überliefert werden.”
Mit diesem Satz leitet die Online- Enzyklopädie Wikipedia den Artikel zum Thema “Hausmittel” ein. Jeder kennt ein-zwei Hausmittel, von der Mutter oder der Großmutter überliefert (ja, das häusliche Medizinsystem ist immer noch sehr matriarchalisch ausgerichtet). Die vielen Skandale und nicht zuletzt die oft sehr langen Listen von Nebenwirkungen klassischer Pharmazie rücken immer mehr die altbewährten Hausmittel in den Fokus.
Ein großer Schwerpunkt der Selbstmedikation sind dabei natürlich Kräuter und deren Anwendungen. Seit Jahrhunderten überliefert, oft aufgeschrieben und nach vielen Tests und auch Rückschlägen wieder aus den Notitzen gestrichen, bilden sie die Grundlage jeglicher Medizin. Durch so manche toxischer Reaktion bei unsachgemäßer Handhabung ist eine intensive Schulung im Umgang mit Kräutern ratsam, einiges kann jedoch bedenkenlos und beinahe nebenwirkungsfrei angewendet werden.
Hierzu zählt z.B. die Kamille. Die echte Kamille ist eine einjährige krautige Pflanze welche mittlerweile (u.a.) in ganz Europa verbreitet ist. Für die Nutzung wesentlich ist deren ätherisches Öl. Eingesetzt werden vorwiegend die Köpfe der Blütenstände, sie wirken entzündungshemmend, krampflösend, helfen bei Magen- und Darmbeschwerden, als Beruhigungsmittel und vieles mehr. Nebenwirkungen sind kaum existent, somit ist die Kamille wohl eine der beliebtesten Hausmittel in der Medizin.
Ein weiterer “Alleskönner” ist die Ringelblume. Beinahe in jedem Garten hierzulande heimisch, hilft sie gegen Magen- und Darmgeschwüren, fördert die Wundheilung und hilft äußerlich angewandt, bei Quetschungen, Ausschlägen und vielem mehr.
Neben Kräutern und Pflanzen im eigentlichen Sinne, sind bei Hausmitteln noch viele weitere (End-)Produkte in Anwendung. Zucker, Butter, Essig, Honig oder Salz werden genutzt. Aber auch Cola, Zahnpasta oder Backpulver finden bei so manchem Versuch zur Milderung gesundheitlicher Beschwerden ihre Verwendung, oft mit großem Erfolg. Diese (eigentlichen) Hausmittel sind oft umstritten, ist deren Wirksamkeit ja von vielen Faktoren abhängig und oft auch nicht direkt erkennbar. Auch Placebo- Effekte können hier eine Rolle spielen. Als oft genutztes Beispiel sei hier “Cola + Salzstangen” genannt. Medizinisch bereits als nutzlos nachgewiesen verwenden es viele Geplagte zur Milderung von Übelkeit, Durchfall oder Brechreiz – mit viel Erfolg. Woher dieser Erfolg kommt und wie er begründbar ist sei dahin gestellt. Fakt ist – und da spreche wir aus eigener Erfahrung – es hilft, und das nebenwirkungsfrei.
Ein weiterer Punkt der den Einsatz von Hausmitteln relativieren und richten soll, ist natürlich die Art und Schwere des gesundheitlichen Leidens.
Wie auch bei der Homöopathie und anderen “alternativen Heilungsmethoden” ist ein Knochenbruch oder ein entzündeter Blinddarm nicht behandelbar. Die Untersuchung, Beratung und Diagnose eines Arztes in in allen Fällen wichtig und sehr empfehlenswert. Sehr wohl lassen sich aber Folgeschäden (Wetterfühligkeit bei Narben, Gewebeverhärtungen nach Operationen,…) mit Hausmitteln mildern oder ganz verhindern.
“Die Sozialmedizin sieht die Anwendung von Hausmitteln als Teil der autonomen, selbsttätigen Mitwirkung des Patienten.”
Dieser weitere Auszug aus dem o.g. Wikipedia- Artikel sagt mit wenigen Worten, worum es auch oft geht: selbsttätige Mitwirkung! Vieles ist wirklich selbst “behandelbar”, für so manches ist die klassische Medizin “over-sized” – “man kann sich ja selber helfen!”.
Wir appelieren daher an den Hausverstand und empfehlen gleichnamige Mittel – die Hausmittel! Vielfach nützlich und wirkungsvoll, aber in jedem Fall einen Versuch wert!
Quelle: W. Sturm, www.gesund-mit-hausmittel.at
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