Sehr geehrter Herr Kallmeyer,

Ihren Beitrag zum Thema Zahnbehandlung möchte ich nun, wie angekündigt, ausführlich und hoffentlich allgemeinverständlich kommentieren.
Ich werde mich um einen neutralen Ton bemühen und nicht an die saloppen Formulierungen, die doch allzu schnell zu voreiligen und falschen Schlüssen führen könnten, anknüpfen.

Karies ist eine Infektion und wird durch falsche Ernährung provoziert

Zunächst möchte ich betonen, dass die ganzen Diskussionen um Zahnbehandlungen und vor allem Füllungsmaterialien nicht nötig wären, würden die Menschen die einfachsten Regeln der Mundpflege und der Ernährung beachten. Denn hiermit wäre der Kariesbefall eines Mundes zu 99,5% zu verhindern. Karies wird durch aktive Mutans Streptokokken verursacht, ist also eine Infektionskrankheit und als solche zu betrachten und zu behandeln.
Die Bakterien ernähren sich von den Kohlenhydraten in der Nahrung und verstoffwechseln diese zu Milchsäure, diese greift die Zahnsubstanz an und führt so zum gefürchteten „Loch im Zahn“.
Dabei ist es unerheblich, ob die Kohlenhydrate aus biologisch erzeugter Nahrung stammen oder aus Fast Food – je schneller sie spaltbar sind, desto höher ist ihr Karies auslösendes Potenzial. Honig wird genauso schnell zu Säure wie Sirup aus Industriezucker.
Wobei es natürlich nicht zu Karies kommt, wenn nicht die entsprechenden Bakterien im Mund vorhanden sind. Eltern sollten also dafür sorgen, dass ihr Mund die Mutans Streptokokken nicht beherbergt, so können sie ihre Kinder auch nicht damit anstecken.

Kinder sind besonders anfällig

Besonders anfällig für die Infektion ist der Mund übrigens immer dann, wenn gerade viele neue Zähne durchbrechen, denn an dem unreifen Zahnschmelz haften die Bakterien am besten (also bei Kindern von 6-30 Monaten, um den Schuleintritt und mit ca. 12 Jahren) .Man kann sich natürlich auch in jedem anderen Alter durch Kontakt mit dem Speichel einer infizierten Person anstecken.
Durch häufigen Genuss von kohlenhydratreicher Nahrung wird die Infektion am Laufen gehalten, denn der Speichel kann seiner Aufgabe, die entstehenden Säuren zu neutralisieren, dann nicht mehr nachkommen. Wenn mehr Wasser ins Boot läuft, als man ausschöpfen kann, wird das Boot sinken.

Fluorid als Kariesprophylaxe

Der Einsatz von Fluoriden wird in der Schulmedizin für die Kariesprophylaxe positiv bewertet, wobei man ohne Fluoride auskommen könnte, wenn man sich nicht mit Mutans Streptokokken anstecken würde. Eine intensive Zahnpflege ab dem ersten Milchzahn ist mit der Reduktion der täglichen Kohlenhydratimpulse die beste Basis für ein kariesfreies Gebiss.

Füllungsmaterialien und Ihre Risiken

Wenn nun doch einmal Karies entstanden ist, so muss sie natürlich beseitigt und der Defekt aufgefüllt werden. Dies geschieht bei kleineren Defekten am Besten mit einem Composite (
Umgangssprachlich als fälschlicherweise Füllungskunststoff‘ bezeichnet) oder Compomer (Mischung aus Composit und Glasionomer): Beide, Composites und Compomere, haben jedoch ein hohes Allergie auslösendes Potenzial. Sie sind also nicht so harmlos, wie immer vermutet wird.

Aus physikalisch-mechanischer Sicht haben sie den Vorteil, dass hier sehr Substanz schonend gearbeitet werden kann. Amalgam ist ein sehr haltbares, altbewährtes Füllungsmaterial, das auch bei größeren Defekten eingesetzt werden kann, hier wird die Schädlichkeit des darin enthaltenen Quecksilbers diskutiert. Eine weitere Möglichkeit bieten Inlays aus Gold oder Keramik, Keramikinlays werden mit Compositekleber befestigt, sind also aus allergologischer Sicht wie Composite zu bewerten.

Zement ist nur sehr eingeschränkt als Füllungsmaterial geeignet

Zemente erfüllen die Forderungen an Füllungsmaterialien nicht: Sie gewährleisten weder einen dichten Rand noch die Möglichkeit der Sicherung der Kaufunktion, was zu den in Ihrem Beitrag noch aufgeführten Folgen führen kann: Schädigung des Zahnmarks durch Bakterien (das Zahnmark kann nicht nur durch ein Schleiftrauma geschädigt werden) und/ oder Entstehung von „Störfeldern“ durch ungenügende Kauflächengestaltung.

Fazit: keine Optimallösung in Sicht

Sie sehen also: Es gibt kein 100% biologisch verträgliches Füllmaterial für Zähne und die Vermeidung von Kariesbefall würde die ganzen Diskussionen überflüssig machen.
Leider werden häufig den Zahnärzten die schwarzen Peter zugeschoben, weil sie vermeintlich schädliche Materialien in die Zähne einbauen, dabei haben sie nur unter diversen mehr oder weniger schädlichen Substanzen zu wählen, und welches Material für welchen Patienten besser verträglich ist, stellt sich trotz aller Testmethoden oft erst hinterher heraus.

Übrigens: Langsame Drehzahlen bei der Bearbeitung von Dentin sind eine Conditio sine qua non , deswegen aber den Einsatz von Tretbohrern zu fordern, halte ich im Zeitalter der RKI-Richtlinien und der Medizingerätebetreiberverordnung für unangemessen und ich gehe davon aus, dass dies scherzhaft gemeint war.

In Zeiten knapper Kassen muss man seine Gesundheit in die eigenen (auch finanziellen) Hände nehmen

Ich wünsche mir, dass sich in Zukunft mehr Menschen der ganzheitlichen Zahnheilkunde zuwenden und zwar BEVOR ein Schaden entstanden ist, auch wenn es hier heißt „Die Kasse bezahlt das nicht“. Kassenleistungen haben nach SGB 5 „ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig“ zu sein – weiter nichts. Das heißt nichts Anderes als: Der Patient ist schmerzfrei und kann beißen. Das geht auch mit einer Amalgamfüllung.

Freundlich grüßt Sie

Dr. Susanne Forschner
Zahnärztin
Heilpraktikerin (Psychotherapie)
Köhlesrain 86
88400 Biberach
Tel. 07351 23788
http://www.seelenpunkt.de



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Andreas Kallmeyer, Heilpraktiker und Dipl.-Phys. Dipl.-Kfm.
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