Fortbildungsbericht 1: Überleben Sie Ihre Chemotherapie/Bestrahlung oder freut sich Ihr Tumor schon darauf?

Trifft die Chemo oder nicht? (Quelle: Fotolia - Henry Schmitt)

Trifft die Chemo oder nicht? (Quelle: Fotolia - Henry Schmitt)

Ich bin manchmal ein Freund drastischer Formulierungen – sie schaffen Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist bei diesem Thema wichtig!

Wie in früheren Artikeln beschrieben, wird die Chemotherapie oft nach der Maßgabe gegeben: so oft und so viel wie möglich bis an die Grenze dessen, was der Körper erleiden kann. Leider gab es bislang offenbar keinerlei Methode, um zu bestimmen, ob der Tumor darauf anspricht oder nicht. Das ist schon irgendwie blöd…

Ich hatte gestern abend das Glück an einer Fortbildung der Firma Tavarlin mit Herrn Dr. Johannes Coy, einem renommierten Biochemiker und Genetiker, lauschen zu dürfen. Mal abgesehen davon, daß mich Krebstherapie sehr stark interessiert, war sein Vortrag sehr klar strukturiert mit einfachen Darstellungen und (ver)einfachten Erklärungen, so dass vermutlich jeder im Raum die Grundideen verstanden hat.

Wie unterscheide ich die Krebszellen?

Die Grundidee bzw. das Ergebnis seiner Forschungen ist folgendes:
Ein ‚normaler‘ Tumor wächst ohne zu streuen, sprich Metastasen zu bilden. Doch es gibt Tumore, die auch Zellen beinhalten, die die Neigung zu streuen haben und sich erfolgreich gegen Bestrahlungen und Chemotherapie schützen können. Wenn nun also im Blindflug eine Chemotherapie oder Bestrahlung gegen solch einen Tumor gestartet wird, ist das offensichtliche Ergebnis: Tumor schrumpft.
Nun werden Sie sich denken: prima. Das wollte ich doch… Der Haken kommt später. Denn ähnlich wie bei der Resistenzbildung von Bakterien haben nun die Zellen einen Überlebensvorteil, die gegen die Behandlung (Chemo, Bestrahlung) resistent sind. Einfach ausgedrückt: ich habe die harmlosen Tumorzellen (weil nicht streuend) gekillt und haben den ‚bösen Zellen‘ in die Hände gespielt.

Die Vergärung – gut und schlecht zugleich

Nun hat Herr Dr.Coy aus einem Zufallsfund vor langen Jahren eine Meßmethode entwickelt, um festzustellen, ob Tumorzellen vorhanden sind, die die Eigenschaft zum Streuen haben. Der Unterschied zwischen beiden Zellen besteht darin, dass die metastasierenden Zellen Ihre Energiegewinnung umgestellt haben von Verbrennung (von Sauerstoff) auf Vergärung. Dies hat leider für den Patienten zahlreiche unangenehme Konsequenzen, denn diese Zellen:
… schützen sich gegen freie Radikale
…. Hemmen den Zelltod (Apoptose)
…. Bilden einen Säure-Schutzwall aus Milchsäure und hemmen damit die körpereigene Abwehr und lösen das umgebende Gewebe auf
…. Stimulieren die Blutgefäß-Neubildung (Angiogenese)

Der entscheidende Parameter

Der Parameter, der vor einer Chemotherapie oder Strahlenbehandlung bestimmt werden sollte, heißt TKTL-1 (Transketolase-1) und wird bei Tumorpatienten von der Krankenkasse bezahlt.

Was können Sie tun? – Das Folgt im zweiten Teil.

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2 Antworten auf Fortbildungsbericht 1: Überleben Sie Ihre Chemotherapie/Bestrahlung oder freut sich Ihr Tumor schon darauf?

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