Jan
16
Wann haben Sie das letzte Mal 5 – 10 Liter Salzwasser getrunken? – Noch nie?
Dann geht es Ihnen so, wie den meisten Teilnehmern der letzten Darmspülung, die ich am letzten Samstag über meine Yogaschule mitgemacht habe. Neugierig?
Alles begann am Samstag morgen vor einer Woche um 8:30 Uhr als Tief Daisy gerade toben sollte. Die Spülung fand in einer sehr entlegenen, toll hergerichteten ehemaligen Kneipe statt. Von letzter war jedoch nach monatelangem Umbau nicht mehr wahrzunehmen. Im Gegenteil: der Yogaraum und der ‚Speisenraum‘ waren mit Echtholzdielen kunstvoll ausgelegt.
Die Yogalehrerin erläuterte uns zunächst das Vorgehen, das man sehr gut im oben genannten Link nachlesen kann. Und so begannen wir heißes, isotonische Salzwasser zu trinken. Danach führten wir 5 spezielle Yogaübungen aus, um die Darmpassage zu beschleunigen.
Das Trinken ist für die meisten das größte Problem. Meist kann man auch erst ab dem 8. Glas auf Toilette und bis dahin hat man fast einen Blähbauch. Um dies Erlebnis so minimal als möglich zu halten, sollte man auf jeden Fall ab 14:00 des vorangegangenen Tages nichts mehr essen, besser noch den ganzen Tag.
Die Begeisterung ließ bei einigen nach dem 6. Glas zunächst nach und für manche war das Salzwassertrinken eine Tortur. Mir persönlich macht das Trinken nichts aus, da ich eh viel trinke. Also habe ich auch immer gleich 2 Gläser getrunken und dann die Yogaübungen ausgeführt.
Bei vielen war nach dem 8 – 12. Glas der erlösende Moment erreicht: sie konnten die Toilette aufsuchen. Danach kehrte immer mehr Ruhe in die Gruppe ein und die Gesichter (und Bäuche) wurden deutlich entspannter.
Nachdem man nun seine Exerzitien hinter sich gebracht hatte und der Stuhl so klar (allerdings eher gelb) war wie das Salzwasser, folgt die Magenentleerung. Diesen Teil finde ich zwar lehrreich aber unangenehm. Unangenehm, da ca. 1 – 1,5 L kaltes (!) Salzwasser trinken soll und dies (normalerweise reflektorisch) wieder erbrochen wird. Mütter kennen diesen Trick. Leider funktioniert dieser Trick bei mir nicht. Ergo (und das ist der lehrreiche Teil): ich muß mir den Finger in den Hals stecken. Das ist lehrreich, weil es bei mir Hemmungen abgebaut hat. Seit meiner ersten Darmspülung vor ca. 5 Jahren, konnte ich diese Fähigkeit einsetzen, um mich von verdorbenem Essen zu befreien. Natürlich kommt beim Erbrechen während der Darmspülung keine (oder kaum) Magensäure zurück, d. h. der typisch säuerliche Geschmack entfällt. Doch nach ca. 40 Gläsern Salzwasser ist dies kein Moment, den ich herbeisehne. Dennoch: ‚mitgefangen, mitgehangen‘ .
Danach folgt das Nasespülen und dann eine meine Lieblingsübungen aus dem Pranayama das Kapal Bhati . Danach ist eine Ruhepause von ca. 40 – 60 min. vorgesehen, die ich immer genieße und bei der ich manchmal das Gefühl habe, über dem Boden zu schweben. Diesmal habe ich die Zeit genutzt, um mir Yoga Nidra anzuhören.
Frisch erholt gibt die erste Mahlzeit zum ‚Einfetten‘ des Magens. Hierauf freue mich immer schon: zum einen habe ich einen Riesenhunger und zum anderen schmeckt mir dies simple Mahl. Es handel sich um Dhaal, also eine Mischung aus Reis mit roten Linsen. Dazu gibt kleine Mengen Ghee, also abgeklärte Butter. Mmh…
Dies ist der erste Teil der Darmspülung. Der zweite Teil schien für manche schwerer zu sein als der erste. Es handelt sich um strikte Diätvorschriften für die nächsten 10 Tage. In dieser Zeit kann man sich von Gemüse, Kräutern, Getreiden, Nüsse (maßvoll), Pflanzenöle und Hülsenfrüchten – alles gekocht – ernähren. Nicht anderes! Auf den ersten Blick wenig, doch wenn man sich ein paar Tage Zeit nimmt, ist man erstaunt ob der großen Vielfalt. Da ich jemand bin, der nicht lange auf das Essen warten will oder etwas nebenher machen will, hat sich folgendes bewährt:
Man nehme einen Dämpftopf. Unten kommt das Wasser rein und z. B. Reis, Linsen, Amaranth, Quinoa o.ä. Und oben rein kommen ein oder zwei Gemüsearten. Dann wird das ganze für 20 min auf dem Herd stehen gelassen. Danach kommen die Gemüse in den Mixer, die Dämpflüssigkeit dazu und alles wird püriert und allen kommt in einen Topf. Danach werden die Linsen, der Reis etc. abgeseiht und mit in den Topf gegeben. Wer mag kann dazu noch einen Tofu oder Bohnen geben. Letzte weicht am besten ca. 24 h ein und kocht sie lieber zu lange als zu kurz. Ich nutze dazu gerne den Dampdrucktopf und gare sie ca. 30 – 45 min. .
Derzeit habe ich bezüglich der Diät Halbzeit und muß feststellen: gar nicht so schlimm. Vielleicht wiederhole ich das Ganze im Herbst erneut…
Haben Sie einen interessanten Tipp?
Oder haben Sie mit dieser Methode Erfahrungen?
Schreiben Sie mir!
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